Archiv für April 2010

Bandvoting: Rocken am Brocken 2010.

In der Regel ist gibt’s nicht allzu viel zu sehen im deutschen Mittelgebirge. Harz und so. Wanderwege und Buchenmischwälder. Ist schon ganz nett da, aber in erster Linie eben was für Rentner und Pensionäre.
Das Rocken am Brocken Festival ist da doch ne Runde cooler und holt einmal im Jahr für 2 Tage nette Bands in die Provinz. Duné, Gysbert zu Knyphausen, Bratze und Kollegen zum Beispiel in diesem Jahr .

Vielleicht spielen wir auch da, kommt ganz drauf an. Seit gestern ist das Online-Portal für das offizielle Bandvoting freigegeben worden und wir würden uns extrem freuen, wenn ihr für uns voten würdet.
Ach ja: Secret Sins, den Opener der Neon Industries EP gibt’s da übrigens auch zu hören.
Also, durchaus mal hier vorbeischauen, schonmal in die neue Platte reinhören und Stimme abgeben…

Current News: Introducing The Neon Industries EP

Es ist etwas still geworden, hier im Blog. Liegt wahrscheinlich daran, dass wir momentan nicht nur im Abitur, sondern auch mitten in den finalen Produktionsschritten der EP stehen.
Artwork, Presswerk, Schriftkram mit der GEMA…alles stressig, aber doch unerlässlich. Da bleibt das ganze Drumherum schon mal auf der Strecke.

Die gute Nachricht: Am 15. Mai ist es dann soweit und wir feiern die release. Und da geht echt so einiges… Deswegen seid ihr freundlichst aufgefordert, mit uns das KuBa in Warburg-Welda kleinzufeiern.

Dafür ist das Alpha Pony an die Grenzen des Machbaren gegangen, um am Ende all das zu bieten, was ne gute ReleaseShow ausmacht: Dosenwerfen, Zuckerwatte und ne 4×5-Meter-Hüpfburg in gelb….Am Ende gab’s wie immer Stress mit Anwohnern und Behörden. Also, das ganze Zirkusgedöns wieder abbestellt, war eh viel zu teuer.

Stattdessen spielen am 15. Mai mit uns die Jungs von Morning Boy aus Frankfurt und die lost.minds aus Berlin. Coole Musik, die Typen sowieso. Wen interessiert da noch die Hüpfburg… Neben den Evergreens performen wir natürlich die Smashhits der neuen EP. Konfettikanone, nassgeschwitztes Shirt und demolierte Tanzschuhe sind schon mal vorgemerkt. Nach der Show geht der Spaß dann am MerchandiseStand weiter! Da stehen dann entweder wir oder heiße Bräute die euch unter einem breitem Lächeln zum absoluten Selbstkostenpreis die Neon Industries Scheibe verkaufen, oder was ihr sonst so haben wollt, von MorningBoy oder den lost.minds zum Beispiel.

Klingt gut? Finden wir auch…Der Spaß geht um 20h los, die Aftershow kennt kein Ende und das Ganze gibt’s für nen Fünfer. Deswegen schon mal Taxi vorbestellen, oder Fahrer organisieren. Wer nicht kommt, verpasst was. Und es gibt so einiges zu verpassen.
Also, wir sehen uns!

Resume.

Bilder sprechen ja bekanntlich mehr als Worte, also schaut euch an was wir in der Woche so angestellt haben.

„Zu Ihrer Information: Sie befinden sich in Berlin Kreuzberg und Mick Jagger, Phil Collins und Herbert Grönemeyer können alle nicht singen.“

Bilanz am Mittwochmorgen: Alle sind noch da.
Deshalb wird das, woran man sich noch erinnern kann, zusammengeworfen und wir puzzeln uns den Rückblick auf den gestrigen Abend zusammen. Könnte ungefähr so aussehen….
Wenn 6 Leute duschen wollen, kann das schon mal länger dauern. Sachen packen geht schneller.
Frühstücken lohnt sich um 13.30h sowieso nicht mehr. Pizza macht da schon mehr Spaß und fügt sich irgendwie auch besser in das Gesamtbild ein.


Außerdem werden wir am Pizzastand von einer echten Kreuzberger Koryphäe angelabert.
Der Typ hat zwar ne absolute Klatsche und stinkt latent nach Schnaps, ist aber irgendwie trotzdem sympathisch. Und er weiß echt ne ganze Menge über Berlin, aber auch über uns….

Wir sind also auf Klassenfahrt in Berlin, Matze Vogel ist unser Lehrer und gleichzeitig leader of the pack. Gelbe Rosen gibt’s in Berlin. Es gibt auch rote Rosen, aber die kosten 1,20.
Wir schreiben momentan Abitur in Oxford und Cambridge. Papa Matthieu kennt Berlin scheinbar ziemlich gut und studiert da Ökotrophologie mit n bisschen Musik. Und er ist Baseballspieler. Die Rolling Stones haben nur einen guten Hit. Wir schaffen’s auf jeden Fall noch nach New York, dessen ist er sich sicher, der Mann.
Fazit: „Darf ich abräumen, darf es noch ein Dessert sein?“

Weil das noch 10 Minuten so weitergeht, und am Ende noch zusammenhangsloser wird als es eh schon ist, verlassen wir jetzt seine Gedankenwelt. Zuviel Weisheit ist halt auch nicht immer gut.

Allzu viel Zeit haben wir nämlich auch nicht mehr. Sachen holen, noch mal schnell ein paar Teller im Studio abwaschen und dann ab zum Hauptbahnhof…um da den Zug zu verpassen. Vielleicht hätten wir die Teller einfach dreckig lassen sollen. Abgammeln im Bahnhof ist angesagt und wenn die DieBahn uns nicht nach Kassel fahren kann/will, müssen wir eben nach Bielefeld durchfahren. Die Zugfahrt ist wie immer ein Riesenspaß. In Minden steigen 30 betrunkene Leute in höchster Feierlaune zu und singen dumme Lieder.

Außerdem klopft ein 15 jähriger Türke mit Oberlippenbart an die Scheibe und will uns verprügeln. Seine Homies halten ihn zurück, die wissen nämlich, was gut für ihren Freund ist. Man sieht uns an, dass wir nach einer Woche in der Hauptstadt echt fiese Moves drauf haben.
Außerdem wissen wir mit Psychologie zu beindrucken. Deshalb: Einfach freundlich grinsen. Das schreckt komische Leute am schnellsten ab.

Um 23.30h stehen wir in Bielefeld am Bahnhof und wissen, dass wir gerne einen Tourbus haben wollen. Anschließend geht’s nach Hause, vorerst noch ohne Tourbus.
Fazit kommt morgen, wir gehen jetzt ins Bett.

Alles wie immer. Doch am Dienstagmorgen steht die Erkenntnis, dass wir fast eine Woche gebraucht haben, um zu verstehen wo in Berlin das ganz große Geld gemacht wird: Im hart umkämpften Pfandgeschäft. Der Dienstagmorgen beginnt also mit Pfandeintauschen. Im Netto, versteht sich. Ansonsten passiert nicht viel. Das Leben vor der Glotze hat mittlerweile eine interessante Eigendynamik entwickelt, außerdem hat sich die Bandbreite an Spielen erweitert, insbesondere was den SuperNintendo angeht. Der hat sich zur Anlaufstelle No. 1 aufgeschwungen, war jedoch niemals Gegenstand von größeren Streitigkeiten. Auch deshalb ist Papa Matthieu stolz auf uns. Der letzte Tag, die letzten Takes. Abgesehen von den finalen Zeilen bei „neon industries“, stehen nur noch Kleinigkeiten an. Schellenkranz bei „bandages“ zum Beispiel. Bringt uns aber alles nicht aus dem Zeitplan, kriegen wir nämlich souverän gemeistert. Gegen Abend ist dann wirklich alles im Kasten. Um allen Eventualitäten zuvor zu kommen ist die EP auf 3 Festplatten abgesichert. Richtig blöd wird’s ab jetzt nur, wenn das Studio abbrennt. Zusammen mit den Festplatten. Aber davon geht man ja nicht aus.
Freude macht sich breit, es geht wieder ab zum Netto. Im Laufschritt.Sternburg kaufen.


Heute Abend feiern wir uns selber. Weil es heute mindestens doppelt so viel zu feiern gibt, muss auch die doppelte Menge rangeholt werden.
In der kleinen Regie wird alles noch einmal durchgehört. In höchster Euphorie. Ist ja auch ne höchst euphorische Platte.
5 Songs auf direktem Weg, das Maximum an Fachvokabular jedes Musikjournalisten grenzenlos auszunutzen.

Wer in der Hauptstadt dienstags feiern will, geht zum Magnet Club. Da ist heute erstens mächtig Bambule, und zweitens liegt der keine 5 Minuten von unserer Residenz bei Papa Matthieu entfernt. Daher: Noch schnell ein Vorzeige-Foto gemacht. Vernünftigere Fotos wird’s in den nächsten 6 Stunden nicht geben, spaßigere vielleicht schon.



Wie man vermuten darf, zieht der Magnet ne Menge Leute an. Bekannte von „the box fox“ und „alive at last“ sind auch am Start, da macht das ganze gleich noch mehr Spaß. Die nächsten Stunden sind irrelevant. Irgendwann geht’ s ab nach Hause. Zwischen 5 und 7. Ziemlich zerstört. Der eine mehr, der andere weniger. Der Magnet hat uns kleingekriegt. Morgen sehen wir weiter…

Die letzte Runde…

Okay. Zweifelsohne, es wird spannend. Die Aufnahmen gehen in die nächste Woche.
Und auf einmal geht alles ziemlich schnell. Am Montagmorgen ist die Studiozeit schon fast wieder vorbei. Das Gerüst steht, was noch fehlt sind Gesang und MicroKorg. Für Hendrik bedeutet das, die nächsten Stunden im Aufnahmeraum vor dem Mikro zu stehen und durch den einseitig verspiegelten Glaskasten die Produzenten zu beschäftigen. Der Rest der Band ist derweil anderweitig beschäftigt. Deswegen: Erstmal Einkaufen beim Netto. Die Dame an der Kasse ganz rechts ist uns mittlerweile vertraut. Auf die Frage nach der Kundenkarte müssen wir leider doch noch mit „Nee“ antworten. Lohnen würd’ sich das aber bestimmt…
Zurück im Studio: Zocken mit der Playsi, Rumdümpeln auf der Ledercouch. Könnte also schlimmer sein. Gegen Mittag werden Moritz und MicroKorg vom Bahnhof abgeholt. General MIDI wird jetzt erstmal auf den Stand der Dinge gebracht und muss erkennen, dass er ’ne ganze Menge verpasst hat, auch am SuperNintento.

Die Arbeit geht dann allerdings vor. Disziplin ist alles im Studio. Der Aufnahmeraum wird wieder aufgeschlossen und Hendrik kriegt ‘ne Pause. Von jetzt an steht der Tag im Zeichen der Synthies. Moritz spielt ein. In gewohnter Souveränität. Kann zum Beispiel so aussehen:

Wir sind optimistisch. Mit allem Drum und Dran. Der Montag zeigt, wo die Soundreise hinführt und mit beruhigender Einstimmigkeit wird kundgetan, dass die Scheibe ein voller Erfolg wird.
Papa Matthieu weiß das auch, ist aber auch ziemlich müde.
Deswegen gehen wir jetzt schlafen!